Auf ein Wort

Liebe Leserinnen und Leser,

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Datum:
Mi. 20. Mai 2026
Von:
Birgitta Theymann

der Monat Juni ist wie ein weit geöffnetes Fenster zum Sommer hin. Die Tage werden heller und länger, Gärten und Felder stehen in voller Blüte, und vieles in der Natur erinnert uns daran: Leben will wachsen. Nicht umsonst heißt es im Sprichwort: „Im Juni trägt die Welt ihr grünes Festgewand.“

Vielleicht kennen Sie dieses Gefühl: Nach einem langen Winter zieht endlich wieder warme Luft durchs Haus. Fenster und Türen werden geöffnet, Licht fällt hinein, manches wird aufgeräumt und neu geordnet. Dieses Bild kann auch für unser Inneres gelten. Der Juni lädt uns ein, nicht nur unsere Wohnungen, sondern auch Herz und Seele zu öffnen: Was belastet mich? Was ist unnötig geworden? Was darf ich loslassen? Und wo möchte ich Gott wieder mehr Raum geben?

Die österliche Zeit klingt noch in uns nach. Ostern hat uns die Hoffnung geschenkt, dass das Leben stärker ist als Tod und Dunkelheit. Im Pfingstfest erfüllt sich diese Verheißung: Gott schenkt uns seinen Heiligen Geist – nicht als ferne Idee, sondern als lebendige Kraft mitten in unserem Alltag. Der Heilige Geist ist wie ein frischer Wind. Man kann ihn nicht festhalten, aber seine Wirkung ist spürbar. Er bewegt, tröstet, stärkt und ermutigt. Schon ein kleines Segel genügt, damit ein Schiff vom Wind erfasst wird. Vielleicht braucht es auch in unserem Leben manchmal nur eine kleine Öffnung, damit Gottes Geist uns neu in Bewegung bringen kann.

Der Juni ist zudem reich an besonderen Festen unseres Glaubens. Wir feiern Fronleichnam – das Hochfest des Leibes und Blutes Christi. In der Eucharistie bleibt Christus unter uns gegenwärtig. Wenn wir in der Prozession durch unsere Straßen ziehen, wird sichtbar: Gott geht mit seinem Volk – mitten durch unseren Alltag, durch unsere Sorgen und unsere Freude.

 

 

Am 24. Juni feiern wir die Geburt des heiligen Johannes des Täufers. Johannes war ein Wegbereiter, einer, der nicht auf sich selbst zeigte, sondern auf Christus hinwies. Sein Leben erinnert uns daran, dass auch wir anderen Orientierung und Hoffnung schenken können – manchmal schon durch ein gutes Wort, ein offenes Ohr oder eine helfende Hand.

Zum Ende des Monats begegnen uns die Apostel Petrus und Paulus. Unterschiedlicher hätten sie kaum sein können – und doch waren sie vereint in ihrer Liebe zu Christus. Ihr Leben macht Mut: Gott beruft keine vollkommenen Menschen, sondern Menschen mit Herz, mit Zweifel, Stärke und Schwächen. Gerade daraus kann Großes wachsen.

Unser Glaube ist nichts Starres. Er lebt und wächst – wie die Natur um uns herum. Er braucht Aufmerksamkeit, Pflege und die Bereitschaft, sich immer wieder von Gott berühren zu lassen.

So wünsche ich Ihnen allen einen gesegneten Monat Juni – erfüllt von Licht, Hoffnung und der Kraft des Heiligen Geistes.

Ihr
Pater Blessen OIC