Was ist die Erstkommunion?

eucharistic-hosts-3212558_by_davideucaristia_cc0-gemeinfrei_pixabay_pfarrbriefservice (c) Bernhard Riedl
Do 13. Dez 2018
Dr. Roland Scheulen

Der Begriff „Eucharistie“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Danksagung“. In der Eucharistiefeier, auch „Heilige Messe“ genannt, sagen die Gläubigen Dank für Gottes Wirken an ihnen. Nach den Aussagen des 2. Vatikanischen Konzils ist die Eucharistie „Quelle und Höhepunkt des ganzen christlichen Lebens (Kirchenkonstitution [LG] Nr. 11).

Die Kirche versteht die Eucharistiefeier unter zwei Gesichtspunkten, zum einen als zeichenhafte Vergegenwärtigung (nicht Wiederholung !) des Kreuzesopfers Christi und als Mahl der Gemeinschaft, eben der „communio“, der sakramentalen Teilhabe an Leib und Blut Christi.
Aus apostolischer Überlieferung her, nicht nur aus späterem Kirchengebot (!), feiern die Christen die Eucharistie am sog. „Herrentag“, dem Sonntag, als Erinnerung an die Auferstehung Christi. Von daher gilt jeder Sonntag als „kleines Osterfest“.
Im Zentrum der Eucharistiefeier steht rituell die Übernahme des Auftrags Jesu an seine Jünger beim Letzten Abendmahl: „Tut dies, sooft ihr es tut, zu meinem Gedächtnis (vgl. 1 Kor 12, 25)“.
Die Grundstruktur der Feier, die sich vom Urchristentum bis heute durchgehalten hat, ist vorgebildet in der Auferstehungsgeschichte des Lukas, dem Weg der Jünger nach Emmaus, auf dem sich die Auslegung der Schrift durch Christus selbst ereignet, und der in das Segnen und Brechen des Brotes hineinführt (vgl. Lk 24, 13 -35).
Im Rahmen der Sakramente der Eingliederung bildet, theologisch gesehen, der Empfang der Eucharistie den Abschluss, eben die sakramentale Teilnahme im Empfang des Leibes (und Blutes) Christi nach Taufe und Firmung. In der heutigen Praxis hat sich die Ordnung der Sakramente der Eingliederung verschoben aus den oben (unter „Firmung“) genannten Gründen.
Der grundlegenden Bedeutung des Sakramentes der Eucharistie entsprechend hat natürlich die Feier der Erstkommunion der getauften Kinder, also der erstmalige Empfang dieses Sakramentes, durchaus einen hohen Stellenwert, wenngleich dieser sakramentale Bezug in der gegenwärtigen Praxis durch sachfremde Gegebenheiten weitgehend verdrängt wird.
Die gängige Praxis in den Gemeinden gestaltet sich so, dass die Kinder normalerweise im 3. Grundschuljahr von der Wohnortpfarrei aus angeschrieben und zur Anmeldung zum Kommunionunterricht eingeladen werden. Im Rahmen der Erstkommunionvorbereitung findet auch die Vorbereitung und der Empfang des Bußsakramentes, bzw. der Beichte statt (s. dazu zu „Sakrament der Versöhnung“).
Die Kommunionkatechese erfolgt in der Regel in Gruppen durch Katechetinnen oder Katecheten, die für gewöhnlich aus dem Kreis der Eltern bestehen und durch hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im pastoralen Dienst begleitet werden. Die konkrete Konzeption der Vorbereitung ist von Gemeinde zu Gemeinde verschieden.