Am 25. Oktober 2026 begeht Pater Paul Mathew im Hochamt um 11.00 Uhr in Sankt Lambertus, Erkelenz Stadt sein silbernes Priesterjubiläum, auch wenn der eigentliche Tag der 24. November 2026 ist.
Dass wir in Erkelenz ein wenig vor feiern hängt damit zusammen, dass er den eigentlichen Tag in seiner Heimatgemeinde in Poomkavu in Kerala in Südindien währende seines Heimaturlaubs begehen wird.
Geweiht wurde Pater Paul am 24. November 2001 im Kloster Bethanien, Mylapra in Kerala.
Seine Primiz feierte er am 26. November in seiner Heimatkirche. Von diesem Zeitpunkt an war er in verschiedenen Funktionen in seinem Orden an unterschiedlichen Orten tätig.
Vor nunmehr 15 Jahren, am 26. April 2011 kam er zu uns nach Erkelenz und verrichtet seitdem höchst zuverlässig, den Menschen zugewandt, seine priesterlichen Grunddienste.
Darüber hinaus widmet er sich mit aller Leidenschaft den Schützenbruderschaften unserer großen Pfarrgemeinde und ist Präses der Schützen des Bezirkes Erkelenz.
Darüber hinaus ist er Ökonom für seine Ordensgemeinschaft „Nachfolge Christi“ in Deutschland, Koordinator für seine Mitbrüder in Europa, zuständig für die Indische Gemeinde in Krefeld und für die Frauen der malankarischen Kirche in Deutschland.
Seit der Gründung des Klosters seiner Kongregation am 24. Oktober letzten Jahres in Erkelenz, ist er als Oberer des Klosters „Bethanien“ für seine drei Mitbrüder Pater Blessen, Pater Abraham und Pater Babu verantwortlich.
Mit ihm zusammen danken wir in der Eucharistiefeier dem Herrgott für sein priesterliches Wirken, vor allem für sein Wirken bei uns in Erkelenz. Gleichzeitig bitten wir darum, dass Gott ihm die Kraft gibt, noch viele Jahre in seinem Weinberg zu wirken.
Nach dem Gottesdienst gibt es einen Empfang und damit die Gelegenheit, der persönlichen Begegnung mit unserem Jubilar. Für das leibliche Wohl ist gesorgt!
Anstelle persönlicher Geschenke würde sich der Jubilar über eine finanzielle Unterstützung für die Aufgaben und Anliegen des Klosters Bethanien in Erkelenz freuen.
(Bankverbindung: IBAN: DE214006026500176671 02; BIC: GENODEM1DKM)
Im Namen der Pfarrgemeinde Christkönig gratuliere ich unserem Jubilar von Herzen und wünsche ihm Gottes reichen Segen für die Zukunft.
Werner Rombach, Pfarrer
Wer heute „Kloster“ hört, denkt vielleicht zunächst an vergangene Zeiten. Doch Klöster und Ordensgemeinschaften gehören auch zur Gegenwart der Kirche. Was aber bedeutet Ordensleben eigentlich?
Kirchenrechtlich gehören Ordensgemeinschaften zu den Instituten des geweihten Lebens. In einem Ordensinstitut verpflichten sich die Mitglieder durch öffentliche Gelübde – insbesondere zu Armut, Keuschheit und Gehorsam – zu einer besonderen Lebensform in der Nachfolge Christi. Ein Kloster oder Ordenshaus ist dabei nicht nur ein Wohnort, sondern ein Ort des gemeinsamen Gebets und geistlichen Lebens sowie – je nach Gemeinschaft – des Dienstes an den Menschen.
Auch im Erkelenzer Land hat dieses Leben eine lange Geschichte. 1302 gründeten die Kreuzherren das Kloster Hohenbusch, das über Jahrhunderte ein bedeutendes geistliches und wirtschaftliches Zentrum war. 1802 wurde das Kloster im Zuge der Säkularisation aufgehoben. In Erkelenz selbst wirkten seit 1645 die Franziskaner. Ihr Leben war besonders durch Gottesdienst, Seelsorge und Verkündigung geprägt. Auch ihr Kloster wurde 1802 aufgehoben.
Im 19. und 20. Jahrhundert wirkten verschiedene Frauenkongregationen im Erkelenzer Land. Dazu gehörten die Schwestern vom Armen Kinde Jesus, die Armen Dienstmägde Jesu Christi, die Cellitinnen, Franziskanerinnen und die Töchter vom Heiligen Kreuz. In Orten wie Holzweiler, Kückhoven, Lövenich, Immerath, Borschemich und Golkrath übernahmen Ordensschwestern unter anderem Aufgaben in der Krankenpflege, Kinderbetreuung, Altenfürsorge und Mädchenbildung. So wurde der christliche Glaube im Alltag konkret erfahrbar.
Diese Entwicklung hatte kein plötzliches Ende. Besonders seit den 1960er- bis 1990er-Jahren veränderte sich das Ordensleben tiefgreifend. Nachwuchsmangel, gesellschaftliche Säkularisierung und Individualisierung führten dazu, dass viele Gemeinschaften kleiner wurden oder ihre Niederlassungen aufgeben mussten. Aufgaben, die früher von Ordensleuten übernommen worden waren, wurden zunehmend von staatlichen, kommunalen, kirchlichen oder anderen sozialen Trägern weitergeführt. Auch die Umsiedlungen im Zusammenhang mit dem Tagebau trugen an einzelnen Orten zum Ende traditioneller Einrichtungen bei.
Umso bemerkenswerter ist die Neugründung des Klosters Bethanien in Erkelenz im Jahr 2025. Die Ordensgemeinschaft der Nachfolge Christi (Order of the Imitation of Christ, OIC) wurde 1919 in Kerala durch Bischof Mar Ivanios OIC gegründet. Ihre Spiritualität verbindet das monastische Gebet mit seelsorglichem und apostolischem Dienst.
Die Präsenz der Ordensgemeinschaft der Nachfolge Christi im Erkelenzer Land begann im April 2011 mit dem pastoralen Dienst von Pater Paul Mathew OIC. Im Dezember 2021 kamen Pater Blessen Thomas OIC und Pater Mohan Philip OIC als pastorale Mitarbeiter hinzu. Aus dieser langjährigen Verbundenheit entstand auf Einladung des Bistums Aachen die Idee, wieder eine Ordensniederlassung in Erkelenz zu errichten.
Der Weg zur Gründung vollzog sich im Jahr 2025 in mehreren Schritten:
• 25. März 2025: Der Provinzrat der Navajeevan-Provinz beschloss die Errichtung einer Niederlassung in Erkelenz.
• 23. April 2025: Mit einer Heiligen Messe in der Klosterkapelle begannen Pater Paul Mathew OIC und Pater Blessen Thomas OIC das klösterliche Leben vor Ort.
• 24. Oktober 2025: Die offizielle kanonische Errichtung des „Klosters Bethanien Erkelenz“ wurde feierlich vollzogen. Am Festakt nahmen unter anderem Weihbischof Karl Borsch, Bischofsvikar für das Ordenswesen im Bistum Aachen, Msgr. Stefan Dückers, Referent für Ordensangelegenheiten, sowie Vertreter der Ordensleitung teil.
• Ende des Jahres 2025 kamen Pater Abraham Sam OIC und Pater Babuji Babu OIC als weitere Mitglieder hinzu.
Wurzeln der Verbundenheit
Die Verbindung zwischen dem Bistum Aachen und der Ordensgemeinschaft reicht weiter zurück. Sie entstand insbesondere durch die Initiative von Pfarrer Werner Rombach und Pater Thomas Varghese OIC. Pater Thomas, der damals in Belgien promovierte, übernahm über fünf Jahre hinweg Urlaubs- und Vertretungsdienste in der Pfarrei St. Lambertus.
Die Ordensgemeinschaft ist Pfarrer Rombach für seine langjährige und wegweisende Begleitung sowie der Pfarrei Christkönig für ihr Wohlwollen und ihre Unterstützung zu Dank verpflichtet.
Die Geschichte der Klöster und Ordensgemeinschaften erinnert zugleich daran, dass auch kirchliche Gemeinschaften eine wechselvolle Geschichte mit Licht- und Schattenseiten haben. Ihre Geschichte muss daher nicht romantisch verklärt werden. Sie kann vielmehr dazu anregen, neu zu fragen, was Ordensleben heute bedeuten kann: Gott suchen, aus dem Gebet leben und für andere Menschen da sein.
Pater Paul Mathew OIC