St. Antonius-Schützenbruderschaft Erkelenz-Kuckum 1909 e.V.
Einweihung des neuen Ehrenmals – ein historischer Augenblick
Um den ersten Mai herum fanden im neuen Kuckum gleich zwei besondere Ereignisse statt: Denn neben der ersten gemeinsamen Maifeier von Keyenberg und Kuckum stand die Einweihung des neuen Ehrenmals auf dem Dorfplatz im Mittelpunkt. Bei dem Ehrenmal handelt es sich um einen Mühlstein, der seit Jahrzehnten eine Verbindung zu Kuckum hat. Am 13. Mai 1968 wurde der Mühlstein mithilfe eines Radladers und vereinten Kräften von der ersten Etage der Kuckumer Mühle heruntergeholt, um ihn in die Kirche Herz-Jesu zu bringen. Der anderthalb Tonnen schwere Stein wurde über die damalige Kuckumer Dorfstraße gerollt und mit einer selbstgebauten Rampe in die Kirche gebracht. Als er endlich dort, und als neuer Altar aufgebaut war, wurde mit Pastor Elmar Niessen feierlich mit einer Flasche Korn angestoßen. So war der Mühlstein für die Kuckumer bereits in ihrem alten Dorf ein Objekt der Freude. In seiner Rede erzählte Brudermeister Hans-Josef Dederichs nicht nur diese Geschichte, sondern erklärte auch, warum gerade der Mühlstein als Mahnmal gegen den Krieg und als Gedenkstein für Verstorbene genutzt wird. „An einem Ehrenmal wird nicht der gewonnen Schlacht gedacht, es wird an den Verlust erinnert. Den Verlust von Menschen, Nachbarn, Brüdern, Müttern und Vätern“. So erinnere ein Ehrenmal an die Niederlage des Wortes und an das Versagen der Politik. Jedes Mal, wenn ein Politiker ein Ehrenmal sieht, solle es seine Motivation zum Verhindern von Streitigkeiten bestärken. So stellt Dederichs auch einen Bezug zur aktuellen politischen Lage her, der Frieden sei nicht mehr so sicher, wie wir es seit 81 Jahren kennen. Vor dem Mühlstein ist das Symbol der Taube als Botin für den Wunsch nach Frieden eingelassen. Auch Bürgermeister Stephan Muckel und Thomas Schnelle MdL waren zur Einweihung des Ehrenmals nach Kuckum gekommen. Dederichs forderte dazu auf, auf die anwesenden Politiker zuzugehen, ihnen Fragen zu stellen und ihnen und der Demokratie zuzutrauen Lösungen zu finden. Zum Abschluss hat er auch für die Zukunft einen Wunsch: „Vielleicht können wir dann, in 19 Jahren, 2045, einen ganz neuen Gedenkstein in Erkelenz einweihen, ein Ehrenmal, das nicht an Verstorbene erinnern muss, sondern an 100 Jahre Frieden.“ Pastor Werner Rombach sah das Ehrenmal auch als Mahnmal, das zur Hoffnung auf Versöhnung und Frieden dient: „Mahnt die Lebenden zur Umkehr und zur friedlichen Konfliktlösung“. Gestiftet wurde der Mühlstein von Familie Heimann-Bähren. Beteiligt an der Gestaltung des Denkmals und des Platzes, auf dem es nun steht, waren der Künstler Michael Franke aus Berverath, Dipl.-Bauing. Simone Portz aus Westrich sowie Architekt Sebastian Bauten aus Keyenberg. Beendet wurde die feierliche Einweihung des Ehrenmals mit dem Großen Zapfenstreich. Ausgeführt vom Trommler- und Pfeifercorps Venrath 1920 und dem St. Josephs Musikverein Keyenberg 1886. Im Anschluss fand die erste gemeinsame Maifeier der neuen Umsiedlungsdörfer statt. Die Bruderschaft haben sich darauf geeinigt, die Feier in Zukunft abwechselnd auszurichten – ein Zeichen des Zusammenhalts.