Auf ein Wort

Himmelfahrt (c) Michael Tillmann, Image
Fr 1. Mai 2020
Pater Paul Mathew OIC

Liebe Schwestern und Brüder,

 

ich grüße Sie alle sehr herzlich und freue mich, dass Sie unseren Pfarrbrief zur Hand genommen haben.

 Während ich diese Zeilen verfasse, herrscht Notstand und Angst in unserer Welt. Das Coronavirus und seine Verbreitung beherrschen seit Januar überwiegend die Medien. Mit dem Virus hat bei uns eine Bedrohung Fuß gefasst, die wir bis Aschermittwoch im Erkelenzer Land, ganz konkret, im Kreis Heinsberg nicht kannten. Dies wirkt für uns befremdlich. Aber die derzeitige Situation lässt uns spüren, wie zerbrechlich vieles in unserem Leben ist, was wir bisher als selbstverständlich nahmen. In der Vor-Corona-Zeit wurde über vieles gemeckert, genörgelt und geurteilt. Jeder wusste alles besser und meinte Anspruch auf alles Mögliche zu haben. Die ausgebrochene Corona-Krise verschafft uns nun eine Zeit zum Innehalten und Nachdenken. 

Was bewegt uns in dieser Zeit? Jede und jeder interpretiert die Geschehnisse auf seine Weise. Wir als Christen wissen: Gott liebt uns Menschen und verhilft uns zu unserem Gutem. Deshalb ist es möglich, positive Schlüsse aus dieser Krise zu ziehen.

Kriege, Klimawandel scheinen nicht mehr relevante Themen zu sein. Ohne Demonstrationen ist Natur sauberer geworden. Kinder können nicht mehr in die Schule gehen. Viele Menschen müssen von zu Hause aus arbeiten. Liebgewordene Freizeitbeschäftigungen sind von oben her gecancelt worden. Gottesdienste fallen wegen des Coronavirus aus. Unser persönlicher Alltag und seine Bewältigung stehen nun im Mittelpunkt.

Mit dem Auftreten des Covid-19 haben sich für viele Menschen Rhythmus und Planung des Lebens verändert. Diese Situation bringt uns zum intensiven Nachdenken. In der Vor-Corona-Zeit ließen sich viele Menschen vom Grundsatz „Immer mehr, immer höher, immer reicher, immer schneller“ leiten. Beschleunigung war angesagt. In vielen Bereichen herrschte eine Übersättigung. Das Coronavirus hat uns nun unverhofft eine Entschleunigung gebracht. Wir wurden plötzlich angestoßen, unsere Lebenseinstellung und Lebensplanung in persönlichen und familiären Bereichen für die Zukunft zu überdenken. Niemand hat daran gedacht, dass das Leben in 2020 durch ein Virus, das sich in unser aller Leben drängte, eine solch besondere Bedeutung bekommt.

GOTT lebt das LEBEN mit uns. Deshalb lasst uns dem LEBEN TRAUEN.

Das kann uns allen helfen, unabhängig davon, wie sich die Situation entwickeln wird, besonnen zu bleiben und vernünftig zu unserem persönlichen und aller Wohl zu handeln.

Am 21. Mai feiern wir Christi Himmelfahrt und am 31. Mai Pfingsten. Das Wort „Geist“ steckt ja in dem Begriff Begeisterung. Wenn der Geist Gottes in unserem Leben, in unserem Herzen Platz findet, dann wird - wie bei den Aposteln am Pfingsttag - vieles möglich.

 

Ich wünsche Ihnen, uns allen, dass wir uns mit unserem ganzen Wesen, mit unserer Innerlichkeit und unserer Arbeit in diese Richtung bewegen.

 

Pater Paul Mathew OIC