St. Stephanus Golkrath (c) Fritz Sander
Datum:
So. 16. Dez. 2018
Von:
Boris Kassebeer

Eine erste Kapelle in Golkrath wurde im Jahr 1705 errichtet. Zuvor hat es im Ort keinen Sakralbau gegeben. Zu dieser Zeit gehörte Golkrath pfarrlich zu Kleingladbach. Diese Kapelle wurde 1810 durch ein größeres Gotteshaus ersetzt. Diese wurde bis in die 1850er Jahre mehrmals erweitert. Am 6. Dezember 1851 wurde Golkrath schließlich eigenständige Pfarrgemeinde.In den 1880er Jahren entstand der Wunsch in der Pfarrgemeinde eine neue Kirche anstatt der Kapelle zu errichten. Vermutlich Anfang der 1890er Jahre wurde der Kölner Architekt Josef Seché mit der Planung eines neuen Gotteshauses beauftragt. Jedoch wurden die zwei ersten Entwürfe von der Kölner Kirchenbehörde nicht genehmigt und der Gedanke kam auf, einen anderen Architekten zu beauftragen. Daraufhin wurde der letzte Plan plötzlich doch genehmigt. Im Jahr 1897 wurde schließlich mit dem Bau der neuen Kirche begonnen. Grundsteinlegung war am 9. Mai 1897 und die komplette Fertigstellung erfolgte am 22. Dezember 1898. Entstanden war eine dreischiffige Hallenkirche mit Querschiff, vorgesetztem Glockenturm und dreiseitig geschlossenem Chor im Baustil der Neugotik.

Dieses Bauwerk bestand jedoch keine 50 Jahre, denn am 25. Februar 1945 wurde der Glockenturm von deutschen Truppen gesprengt. Durch die Sprengung wurde nicht nur der Turm, sondern das gesamte Gotteshaus bis auf die Grundmauern zerstört. Einen Tag später, am 26. Februar, wurde Golkrath von den Amerikanern erobert. Im Jahr 1949 wurde mit dem Wiederaufbau begonnen. Die Pläne dafür lieferten die beiden Rheydter Architekten Müller und Wolters. Dabei wurden die vorhandenen Mauerreste in den Neubau mit einbezogen. Erkennbar sind nach wie vor das Querschiff und der dreiseitig geschlossene Chor und die Sakristei, die als einziger Teil komplett von 1897/98 mit Gewölbe erhalten ist. Als Decke dienen keine Gewölbe mehr, sondern eine flache Holzdecke. Am 21. Oktober 1951 konnte die wieder aufgebaute Kirche durch den Aachener Weihbischof Friedrich Hünermann eingeweiht werden.[1]

Seit 2010 ist Golkrath keine eigenständige Pfarrgemeinde mehr. Sie wurde mit einigen anderen ehemaligen Pfarreien zur Pfarre St. Lambertus Erkelenz fusioniert. 2015 wurde diese wiederum mit der Pfarre St. Maria und Elisabeth Erkelenz zur neuen Großpfarre Christkönig fusioniert.