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Do 24. Okt 2019
Birgitta Theymann

Liebe Leserin, lieber Leser,

es ist wieder November.

Schade, der Sommer und der Herbst sind vorbei, der Urlaub ist schon fast vergessen, die Wärme der Sonne nicht mehr spürbar, die herrlichen Farben des

Oktobers sind verblasst. Die Tage sind deutlich kürzer geworden, die Dunkelheit macht sich mehr und länger breit, nicht nur in den Stunden des Tages, auch in den Menschen, vor allem in den Menschen, die Dunkelheit nicht mögen. Sie fürchten sich vor Nässe und Kälte, nicht nur der Kälte des Winters, auch vor Herzenskälte.

Trauer macht sich vor allem an den ersten Tagen bemerkbar; Allerheiligen und Allerseelen sind Tage, die uns den Tod wieder erinnern lassen nach der Zeit des

prallen Lebens in manchmal zu praller Sonne.

Allerheiligen ist zwar ein Fest der Freude und der Dankbarkeit, erinnert dieser Tag doch an die „zahllosen ungenannten Heiligen, die bereits in der beseligenden Anschauung Gottes im Himmel leben“, so beschreibt das Direktorium unseres Bistums die Intention dieses Festes. Aber dieser Tag endet

in der Regel auf dem Friedhof, an den Gräbern unserer Toten.

Und dieser unserer Toten gedenken wir an Allerseelen, spüren wieder Trauer um den Verlust unserer Lieben, werden wieder erinnert an die eigene zeitliche Begrenztheit, fühlen wieder aufkommende Zweifel, fürchten uns vor innerer

Dunkelheit.

Aber dann, schon nach wenigen Tagen, neues Licht:

strahlende Kinderaugen, leuchtende Laternen, frohe und frohmachende Lieder.

Sankt Martin reitet durch die Stadt; die Kinder verkünden, dass das Leben weitergeht, dass Menschen anderen Menschen helfen, dass sich Menschen solidarisch erklären, dass Herzenskälte umschwingt in Herzenswärme, Annahme und Zuwendung. Geschenkte Liebe wird geteilt, vorbehaltlos weitergegeben. Die

Not des Nächsten wird erkannt und gemildert.

Und noch einmal einige wenige Tage später das Fest der hl. Elisabeth von Thüringen. Sie teilt mit offenen Händen aus, kümmert sich um Mittellose, vielleicht auch um Heimatlose, fürchtet nicht die angedrohten Repressalien.

In aller Dunkelheit Tage des Lichtes, der Freude, der Zuwendung und Solidarität.

 

Beide, Martin und Elisabeth, spürten, dass Menschen aufeinander angewiesen sind.

Beide erkannten, dass menschliches Leben nur dann in Fülle gelingen kann, wenn es ein „miteinander statt gegeneinander, füreinander statt ohneeinander, beieinander statt nebeneinander“ gibt.  (Zitat Franz Meurer, Pfarrer von Vingst/Köln).

Und dann, am letzten Sonntag im Jahreskreis das Hochfest „Christkönig“, Patron unserer großen Pfarre, der Heilige Gottes par excellence, Gott mit uns und Gott

für uns, König der Herzen.

Ein toller Monat!

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Euch einen Herz-lichen November

Ihr und Euer Diakon Kurt Esser