der April beginnt in diesem Jahr mit Ostern – mit dem Fest des Lebens, das stärker ist als alles, was uns niederdrücken will.
In meiner Arbeit als Krankenhausseelsorgerin begegne ich vielen Menschen in ganz unterschiedlichen Lebenssituationen: in Sorge um die eigene Gesundheit, in Angst um einen geliebten Menschen, in Momenten der Erschöpfung oder auch in Zeiten des Abschieds. Es sind Begegnungen, in denen das Leben manchmal fragil wirkt – zerbrechlich und ungewiss.
Und doch erlebe ich gerade dort immer wieder etwas, das mich tief berührt: kleine Zeichen von Hoffnung. Ein Blick, der sich aufhellt. Eine Hand, die gehalten wird. Ein Wort, das trägt. Momente, in denen spürbar wird: Das Leben ist mehr als das, was wir gerade sehen.
Ostern spricht genau in diese Wirklichkeit hinein. Es ist kein fernes, glanzvolles Fest, das mit unserem Alltag wenig zu tun hat. Es beginnt im Morgengrauen, im Dazwischen von Trauer und Hoffnung. Und genau dort geschieht Wandlung: Das Leben kehrt zurück – leise, behutsam, aber kraftvoll.
Diese Botschaft gilt nicht nur für die großen Fragen des Lebens, sondern auch für unseren Alltag hier in der Gemeinde. Auch bei uns gibt es Zeiten, in denen etwas schwer fällt, in denen wir uns Sorgen machen oder nach Orientierung suchen.
Die österliche Zeit lädt uns ein, Spuren des Lebens neu wahrzunehmen. Wo wächst Hoffnung in unserer Gemeinde? Wo können wir einander stärken?
Wo zeigt sich neues Leben in meinem Alltag? Wo spüre ich, dass etwas wieder leichter wird?
Auch der Frühling legt uns diese Fragen ans Herz. Die Natur zeigt es uns auf eindrückliche Weise: Neues Leben bricht auf, oft ganz unscheinbar – und doch voller Kraft.
Vielleicht dürfen auch wir uns neu ausrichten: auf das, was uns verbindet, auf das, was uns aufrichtet, auf das, was uns leben lässt. Begegnungen, die gut tun, Auf Worte, die trösten. Auf kleine Momente, die das Herz weit machen.
Ostern erinnert uns daran: Das Leben ist stärker. Die Hoffnung trägt. Und wir sind damit nicht allein – weder im Krankenhaus noch in unserer Gemeinde, weder in schweren noch in leichten Zeiten.
So wünsche ich Ihnen und euch eine gesegnete österliche Zeit – voller leiser Aufbrüche, neuer Zuversicht und der Erfahrung, getragen zu sein.
Herzlich, Ihre Monika Cuijpers, Krankenhausseelsorgerin