begraebnisleiterinnen_logo (c) Irmgard Zielenbach

Schwestern und Brüder,
wir wollen euch über die Verstorbenen nicht in Unkenntnis lassen, damit ihr nicht trauert wie die anderen, die keine Hoffnung haben. Wenn Jesus – und das ist unser Glaube - gestorben und auferstanden ist, dann wird Gott durch Jesus auch die Verstorbenen zusammen mit ihm zur Herrlichkeit führen. Dann werden wir immer beim Herrn sein. Tröstet also einander mit diesen Worten!                                               1 Thess, 4, 13-14.1

 

„Der Tod ist ein Teil unseres Lebens“ das sagt sich manchmal sehr leicht.
Wer vor dem Tod eines Angehörigen steht, erlebt oft schmerzhaft, ja leibhaftig, was diese Weisheit bedeutet. Christliche Gemeinde mit ihren MitarbeiterInnen will auf unterschiedliche Art und Weise an der Seite derer sein, die vor dem Verlust eines Menschen stehen. Sie will, soweit wie möglich – ein Ort der Hoffnung und des Trostes sein.

Denn „die Toten zu bestatten“ gehört zu den 7 Werken der Barmherzigkeit.
Diese Barmherzigkeit wird konkret, indem die Angehörigen vor und auf Wunsch auch nach dem Begräbnis begleitet werden und dadurch eine intensive und persönliche Gestaltung der Begräbnisfeier in der Kirche und auf dem Friedhof ermöglicht wird. Dies hilft, in einer guten und würdigen Weise Abschied zu nehmen.

Damit dieser seelsorgerische Dienst weiterhin mit der gebührenden Intensität und Einfühlsamkeit nachgekommen werden kann, gibt es in unserer Pfarrei Christkönig 9 Begräbnisleiterinnen und Begräbnisleiter.

Unsere ehrenamtlichen BeerdigungsleiterInnen

     

Begräbnisdienst durch ehrenamtliche Laien - Rückblick auf ein Jahr Praxis

Beerdigungsbeauftragte (c) Rita Maus

 

In diesem Artikel möchten wir Sie und Euch daran teilhaben lassen, wie wir unseren Dienst als BegräbnisleiterInnen erleben.

Zunächst einmal: unser Dienst ist positiv, er macht Freude, er bereichert unser Leben.

Als wir vor einem Jahr beauftragt wurden, war uns allen bewusst, dass dieser Dienst uns herausfordern wird, ja dass er uns einiges zu Mutet, aber wir wussten auch, dass er uns persönlich bereichern wird. Weil wir mit Menschen zusammenkommen, die an einem Wendepunkt in ihrem Leben stehen.

Im ersten Schritt nehmen wir mit den Angehörigen Kontakt auf und treffen uns dann in der Regel mit ihnen in deren Zuhause. Das ist ein vertrauter Rahmen, in dem es nach einem ersten Kennenlernen und Klären des Ablaufs/Vorgehens meist zu sehr persönlichen - und informativen - Gesprächen kommt, mit denen wir äußerst vertraulich umgehen. In diesem Gesprächen erfahren wir etwas über das Lebens der/des Verstorbenen - lernen sie oder ihn ein wenig kennen - und bekommen einen Einblick vom Lebensweg der/des Verstorbenen mit ihren/seinen Angehörigen und den Menschen, denen sie auf ihrem Lebensweg begegnet sind.

Eine Beerdigung lebt von dem, woran die Angehörigen uns teilhaben lassen. Und es gilt die Regel:
Wir dürfen vieles wissen, müssen aber nicht alles sagen oder öffentlich machen. Und das ist unsere Herausforderung: gut zuzuhören, Trost zu spenden, die Last der Trauer mitzutragen, Bedürfnisse wahrzunehmen und den Wünschen der Angehörigen und Verstorbenen mit Respekt zu begegnen.

Nach dem Trauergespräch beginnt die Vorbereitung der Begräbnisfeier. Ist ein Priester bei der Trauerfeier dabei, ermöglicht dieser die Eucharistiefeier. Alles Weitere, wie die Ausarbeitung der Ansprache, Auswahl der Gebete, Bibelstellen und Lieder, sowie die Aussegnung und Verabschiedung am Grab, liegt in unseren Händen.

Hier wird uns ein großes Vertrauen entgegen gebracht, für das wir sehr dankbar sind. Denn jedes Gespräch, jede Vorbereitung, jede Trauerfeier ist individuell, stellt uns jedes Mal vor andere Herausforderungen; denen stellen wir uns. Da ringen wir schon einmal um jedes einzelne Wort, suchen geeignete Bibelstellen, um der Feier einen würdigen Rahmen zu geben. All dies erfordert von uns allen eine gehörige Portion Zeit. Hilfreich empfinden wir dabei den regelmäßige Austausch in der Gruppe, bei dem wir unseren Dienst reflektieren und uns fortbilden, sowie die kompetente Begleitung von Irmgard Zielenbach und Pastor Rombach. Bei Fragen jeglicher Art fanden wir immer ein offenes Ohr bei allen Priestern und GemeindereferentenInnen. Am Tag der Beerdigung legen wir ganz bewusst unser Gewand an und tragen es für unseren Dienst. Daran mussten wir uns erst gewöhnen. Und auch an die verschiedenen Beisetzungsformen (Kirche, Trauerhalle, Sarg, Urne, Kolumbarium, Verabschiedung am Grab), die uns anfänglich noch etwas fremd waren, werden uns immer vertrauter. Das gibt uns zunehmend Sicherheit.

Der Dienst der/des BegräbnisleiterIn ist für uns alle ein Prozess, der nie abgeschlossen sein wird.

Wichtig ist uns bei einer Trauerfeier immer, dass wir eine würdige Feier gestalten, die der/dem Verstorbenen gerecht wird und den Hinterbliebenen und der Trauergemeinde Trost und Ermutigung und Hoffnung spendet.

Bei all diesen Schritten, die wir mit den Menschen gehen, wird uns immer wieder bewusst: wir zelebrieren den Akt des Loslassens.

Als gläubige ChristenInnen verkünden wir, dass Jesus auferstanden ist und Gott all´ unsere Wege begleitet, auch den letzten und uns wie seinen Sohn aus dem Tod zum ewigen Leben beruft. Unser aller Fazit von einem Jahr Beerdigungsdienst ist:

Herausforderungen haben wir erlebt, ZuMUTungen haben wir gemeistert, Trost und ErMUTigung konnten wir spenden, Angehörige begleiten, und viel Bereicherung für uns selbst erfahren. Unser Dank gilt allen, die uns diese Aufgabe zutrauen.