St. Petrus - ein neues Patronat

Ein neues Patronat für unsere neue Kapelle

St. Petrus-Kapelle (c) CK
Datum:
Mi. 4. Nov. 2020
Von:
Birgit Leeners

Wenn es darum geht, zwei Kirchen und eine Kapelle aufzugeben, weil die Umsiedlung der in der Überschrift genannten Orte im vollen Gange ist, und der erste Spatenstich für das neue Gotteshaus mit dazugehörendem Begegnungszentrum am neuen Standort immer näher rückt und mittlerweile erfolgt ist, und beiden ein Namen, ein Patronat zu geben ist, dann fällt das allen Beteiligten ausgesprochen schwer.
Zunächst einmal wollten alle im Kapellenvorstand, der sich aus Mitgliedern der beiden Ortsausschüsse Keyenberg / Berverath und Kuckum zusammensetzt, natürlich als Patronat ihr altes Patronat übernehmen. Dann wollten einige ein ganz neues Patronat haben, mit dem sich alle identifizieren. Monate lang wurde dies kontrovers diskutiert und ich hatte den Eindruck, dass sich die unterschiedlichen Parteien festgefahren hatten. Nun war guter Rat teuer. Wir kamen zu dem Ergebnis, dass nun unser Bischof gefragt sei und ggf. entscheiden müsse.
Doch die Verantwortlichen des Bistums, die mit der ganzen Sache betraut wurden, kamen zu dem Ergebnis, dass hier wohl ein Zwischenschritt durchaus hilfreich sein könnte, um eine Einigung vor Ort hinzubekommen. So kam es zu zwei Terminen, die uns helfen sollten.
Das Bistum schickte zwei Moderatoren (Herrn Dr. Harrich und Frau Seeger), die uns helfen sollten, ein Patronat zu finden, mit dem alle Beteiligten gut leben können.
Beim ersten Termin sprachen wir über das Für und Wider der bisherigen einzelnen Patronatsvorschläge: Hl. Kreuz, St. Anna, oder einem Christuspatronat (Christus unser Friede, Christus unser Erlöser …). Irgendwie kam als weiteres Patronat Petrus hinzu. Dann überlegten wir, ob die alten Patronate nicht, zumindest intern, erhalten bleiben können, um den folgenden Generationen in Erinnerung zu halten, dass aus drei Gotteshäusern auf Grund der Umsiedlung nun eines geworden ist. So könnte das Kapellengebäude das Patronat
„Hl. Kreuz“, die Taufkapelle das Patronat „Herz Jesu“ und das Begegnungszentrum das Patronat „St. Josef“ bekommen. Diese Gedanken und Ergebnisse sollten nun bis zum nächsten Termin in den Ortsausschüssen beraten werden. Kurze Zeit später stand das nächste Treffen an. Der Ortsausschuss Keyenberg hatte sich auf eines der Christuspatronate eingeschworen und zwar auf „Christus unser Friede“, weil sie damit ausdrücken wollten, dass sie auf Christus als den Friedensbringer vertrauen, den wir in der Welt und in unseren Umsiedlungsorten ganz dringend brauchen. Der Ortsausschuss Kuckum hatte sich auf die Heilige Anna geeinigt, weil sie meinten, dass in einer männerlastigen Kirche ein Frauenpatronat ein gutes Zeichen für die Gleichberechtigung der Frau sei.
Gott sei Dank hatten beide Ortsausschüsse noch eine weitere Option: St. Peter oder St. Petrus. Beide Ortsausschüsse sehen nämlich in dem kubischen Bau der Kirche und des Begegnungszentrums ein Fundament, einen Felsen und durch ihn fühlen sie sich erinnert an die Worte Jesu zu Petrus: „Du bist Petrus, der Fels, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen“. Alle waren sich einig, dass wir uns alle am neuen Standort als Gemeinde verstehen wollen, auf die der Herr seine Kirche bauen kann und das Kapelle wie Begegnungszentrum dafür als Zeichen stehen und Raum dafür bieten.
So sind wir froh und dankbar, uns mit Hilfe der Moderatoren aus Aachen und im gemeinsamen konstruktiven Ringen auf ein gutes gemeinsames Patronat geeinigt zu haben. Petrus erinnert uns an unser Aufgabe als getaufte Christinnen und Christen und zeigt uns, dass wir, wie er Menschen sind und bleiben, die hierzu alle Kraft von Jesus erwarten dürfen, der uns trotz oder besser noch wegen unserer Schwächen nahe ist und nahe bleibt. Offiziell wurde das neue Patronat dann beim ersten Spatenstich am
4. September verkündet.
Mich persönlich freut es sehr, dass in den wenigen Wochen, die seitdem vergangen sind, bereits liebevoll von unserer Petruskapelle in Keyenberg, Kuckum, Berverath, Ober- und Unterwestrich Neu gesprochen wird.


Herzlich grüßt Sie alle Ihr Pastor
Werner Rombach