Fastenzeit

daniel_scherer
Fr, 1. Mär 2019
Daniel Scherer

Liebe Mitchristinnen und Mitchristen,

 

ein zentraler Bestandteil des Kirchenjahres ist die Fastenzeit, welche in diesem Monat ansteht. Jedes Jahr werden wir aufs Neue in diesen 40 Tagen zur Reflexion unseres Lebens in Bezug auf das Evangelium Jesu zur Umkehr aufgerufen. Dabei kann es sein, dass uns die Umkehr aus den unterschiedlichsten Gründen sehr schwer fallen kann. Eine Hilfe können für uns Menschen sein, welche die Umkehr in ihrem Bereich, mit ihrem außergewöhnlichen Charisma, als leuchtendes Beispiel leben. Ich persönlich schätze dabei die Bischöfe, welche sich ausdrücklich gegen die Verrohung unserer Sprache und Debattenkultur ausgesprochen haben. Wir scheinen, an einen Punkt gekommen zu sein, da diese Ermahnung, dieser Ruf zur Umkehr wieder notwendig geworden zu sein scheint. Denn der würdevolle und wertschätzende Umgang miteinander ist leider allzu oft einem „ICH-zuerst!“ à la Donald Trumps „America First“ gewichen.

Dieser Egozentrismus spiegelt sich für mich auch in einem zweiten Beispiel wieder: dem Klimaschutz. Ein leuchtendes Beispiel zur Umkehr ist die 16-jährige Greda Thunberg aus Schweden. Geradezu prophetisch ruft sie zum Umdenken, zur Umkehr auf. Sie vereint die Kinder dieser Welt, welche sich genötigt fühlen, laut aufzuschreien und „Stopp!“ zu rufen, da die Erwachsenen nicht mutig genug sind, Verantwortung für ihre und nachfolgende Generationen zu übernehmen. Ich denke, dass gerade wir als Christen uns in diesem Punkt für eine Umkehr stark machen sollten. Denn Gott hat uns aufgetragen auf das zu achten und es zu behüten, was wir von ihm anvertraut bekommen haben (Gen 1, 28ff).

Ich wünsche uns, dass wir in der Fastenzeit Menschen finden, die uns helfen, Umkehr im Sinne des Evangeliums zu leben. So, wie Frère Roger es einmal gesagt hat: „Lebe das, was du vom Evangelium verstanden hast. Und wenn es noch so wenig ist. Aber lebe es.“

Daniel Scherer, Gemeindeassistent