Auf ein Wort

Geistliches Wort für den Sommer 2024

Sommerwiese (c) www.pfarrbriefservice.de
Sommerwiese
Datum:
Sa. 18. Mai 2024
Von:
Pfr. Rombach / rm

Sommer. Allein das Wort lässt bei vielen ein Gefühl entstehen, das sich aus Schulferien, Sonne, Freizeit, Urlaub, Reisen, Baden usw. zusammensetzt.
Es empfindet zwar jeder verschieden, aber der Sommer ist bei uns doch geprägt von den Ferien. Anfang der zweiten Juliwoche ist Schulschluss, die Ferien beginnen und wenn dann Mitte August die Schule wieder anfängt, liegt schon ein Hauch von Spätsommer in der Luft. 

Dazwischen liegen Wochen mit den unterschiedlichsten Aktivitäten oder dem Erleben von Freizeit im wörtlichen Sinn: Einer Zeit, die frei ist von Terminen und geregelten Zeiten, die Freiheit schenkt, sich all dem zu widmen, wofür sonst vielleicht nicht die Zeit, aber die dafür nötige Ruhe fehlt.
Entspannung vom Eingespanntsein in Verpflichtungen, die einen wenig bereichern oder nur Kraft kosten. Entspannen von den vielfältigen Ansprüchen, hinter denen sich oft mehr egoistische Forderungen verbergen, als echte Anliegen für die Bedürfnisse des Lebens.

Einen schönen Gedanken habe ich einmal in einem Kalender gelesen, der sinngemäß so lautet: Ein Bogen, der immer nur gespannt ist, wird einmal an der Spannung zerbrechen. Ein Bogen, der immer nur entspannt ist, hat keine Kraft mehr, irgendwann einmal eine Spannung auszuhalten.
Deshalb soll der Bogen immer wieder gespannt, aber auch wieder entspannt werden, damit er seine Spannkraft behält und seine Aufgabe erfüllen kann.

Ein schönes Bild, wie ich finde. So empfehle ich jedem, der im Alltag gefordert oder auch manchmal überfordert wird, in den Ferien keinen sogenannten „Freizeitstress“ aufkommen zu lassen, sondern einfach das zu leben, was ihm oder ihr gut tut und bereichert. Gerade weil die Urlaubstage gezählt und damit kostbar sind, stehen wir in Gefahr, in sie all das hineinzupacken, zu dem man glaubt, im Alltag nicht zu kommen. So, als fände das Leben nur in den Urlaubstagen statt. Dabei wäre es wichtiger, auch während der Arbeitszeit immer wieder einmal Zeiten einzubauen, die einen bereichern und wieder zur Arbeit motivieren, die wir dann nicht nur als notwendiges Übel betrachten, sondern als Ausdruck unseres Schaffens empfinden können oder sollen.
Natürlich ist darin nicht alles kreativ und bereichernd. Manches zehrt auch an den Nerven, frustriert oder erscheint sinnleer. Trotzdem braucht es wohl die Anspannung, um das schöne Gefühl der Entspannung zu schätzen.

So wünsche ich Ihnen eine erholsame Urlaubs- oder Sommerzeit. Vielleicht legen Sie den Schwerpunkt auf Entspannung im Kreis der Menschen, die mit Ihnen leben. Auch im Gewohnten gibt es Neues zu entdecken. Sei es in menschlicher Gemeinschaft oder auch im Glauben an Gott.
Gottes Segen für eine gute Zeit wünscht Ihnen

Ihr

Pastor Werner Rombach