Auf ein Wort

Liebe Schwestern und Brüder im Glauben!

church-window-g96bc9feb2_1920 (c) Bild von Paul Henri Degrande auf Pixabay
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Datum:
Mo. 16. Mai 2022

Pfingsten feiern wir 2022 in einer durch viele dunkle Wolken verdüsterten Welt. Da ist eine nicht beendete Pandemie. Da ist ein Krieg, dessen Folgen lange dauern werden und die ohnehin schwierige ökologische und ökonomische Lage verschärfen.

Als Christen dürfen wir vor Sorgen in dieser Welt nicht die Augen schließen, sondern sollten wahrnehmungsfähig bleiben. Im Bewusstsein vieler Dunkelheiten dürfen wir uns gerade zu Pfingsten an jene alte Sequenz erinnern, die wir an diesem Fest beten: „Veni Sancte Spiritus“, „ Komm herab o Heiliger Geist, der die Finsternis zerreißt, strahle Licht in diese Welt“ (Gotteslob, Nr. 343/344).

„Licht“ ist auch von Künstlern zu gestalten versucht worden. Erinnert sei etwa an Jan Vermeer oder an jene „Maler des Lichts“, als die sich die Impressionisten , z.B. Claude Monet, verstanden.

 

Zwei Glasfenster bezeugen nach meiner Anschauung Gerhard Richter als „Maler des Lichts“. Richter, inzwischen über neunzig Jahre alt, hat diese Fenster für Kirchen geschaffen. Eines befindet sich in der Benediktiner Abtei St. Mauritius in Tholey im Saarland. Das andere ist im Kölner Dom anzusehen.

„Die Größe der einzelnen farbigen Flächen bleibt an ein durchgehendes Raster gebunden. Die Teile wurden nicht mit Bleiruten verklebt. Da die Begrenzung ausfällt, kommt es zu endlosen Interaktionen der Farben“ (W. Spies).

Der Würzburger Bischof Friedhelm Hofman, der mit Gerhard Richter befreundet ist und mit ihm auch theologische Gespräche führt, sagte anlässlich des 85 Geburtstages des Künstlers: „ Er ist jemand, der Gott sucht. Und er findet ihn auch in seinem Schaffensprozess“.

Solches „Malen des Lichts“wahrzunehmen, mag in allem und trotz so manchem tröstlich sein.

Im pfingstlichen Glauben an den „höchsten Tröster in der Zeit“ ist die fünfte Strophe der genannten Sequenz zu erinnern: „Komm, o die glückselig Licht, fülle Herz und Angesicht, dring bis auf der Seele Grund“.

In solchem Beten verbunden zu Pfingsten,

Pfr. Hans-Peter Göbbeler