Auf ein Wort ...

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Datum:
Di 25. Aug 2020
Von:
Joachim Ritzka

Liebe Mitchristen: Geht es Ihnen auch so?

Kürzlich haben meine Schüler ein Passanteninterview zur Frage „Wie stehe ich zu Jesus?“ durchgeführt. Nachdem wir die Unterrichtsreihe „Jesus Christus“ zunächst eher wissenschaftlich begonnen haben, sollte nun ein ganz anderer Zugang zur Person Jesu gewählt werden. In kleinen Gruppen verteilten sich die Schüler im Radius um die Schule und sprachen Passanten an. Als sie anschließend in der Schule von ihren Erfahrungen berichteten, waren manche doch ernüchtert, wie schnell sie abgewiesen wurden, wenn die Interviewten erfuhren, um was es geht. Nur sehr, sehr wenige waren bei dieser Thematik gegenüber den Jugendlichen aufgeschlossen oder bekannten sich sogar zu ihrem Christsein.

Geht es Ihnen auch so?

 

Dass Sie manchmal denken, allein auf weiter Flur zu sein? Dass Sie in Teilen der eigenen Familie wenig Resonanz auf Ihren Glauben bekommen, obwohl er für Sie Maßstab ist, Ihnen Hoffnung und Antrieb für Ihr Leben schenkt?

Mir jedenfalls geht es manchmal so, und ich verzweifle immer wieder daran, wenn ich darüber nachdenke, was in der Kirche anders laufen müsste, damit Menschen zum Glauben finden können. Und da meine ich weniger irgendwelche Strukturen, sondern erst mal einfach nur den Umgang untereinander. Vorwürfe gegenüber der Kirche durften sich die armen :-) Jugendlichen häufiger anhören, obwohl danach nicht gefragt war und sie selbst ja nur sehr wenig Verantwortung für das Erscheinungsbild der Kirche in der Öffentlichkeit tragen. Mir wird dabei wieder klar: „überzeugt sein“ bedeutet noch lange nicht „überzeugend sein“! Wenn Sie und ich als Teil der Kirche so viele Verwandte und Freunde haben, die desinteressiert an einem Leben mit Jesus sind, liegt das vielleicht auch an unserer eigenen Unfähigkeit, den Glauben so überzeugend zu leben, dass er andere ansteckt?

Der Monat Oktober lädt uns ein, zusammen mit Maria dem Herrn zu folgen, im Gebet und im Tun der Liebe. Wir brauchen nicht ständig in Aktivismus zu verfallen, sondern dürfen versuchen, mit unseren Sorgen, Enttäuschungen, aber auch mit unserem eigenen oft nicht eingestandenen Unvermögen unter dem Kreuz Jesu auszuhalten und in seiner Gegenwart zu leben. Das wäre sicher schon sehr viel. Wenn wir uns dann auch noch ab und zu von ihm verwandeln lassen, wandelt sich vielleicht durch unser Gebet und Tun auch etwas um uns herum... Das wünsche ich im Marienmonat Oktober Ihnen, meinen Schülern und mir von Herzen, 

Ihr Pastoralreferent

Joachim Ritzka